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Aber Kadir kann mit den Einnahmen aus der Landwirtschaft seine Familie nicht ernähren. Er klagt über die geringen Preise, die auch für Bio-Baumwolle vom Weltmarkt abhängen. Die Globalisierung wirkt sich bis in sein kleines Dorf aus, die Preise für Baumwolle sind börsennotiert und in den letzten Jahren stetig gesunken. Kadir hat sich daher ein Boot gekauft, mit dem er Touristen durch das unter Schutz stehende Schilfdelta von Dalyan zum nahe gelegenen Strand fährt.
Die Region wurde weltbekannt, nachdem Naturschützer aus aller Welt Ende der 80er Jahre verhinderten, dass am Niststrand der Meeresschildkröten „Caretta-Caretta“ ein Hotel gebaut wurde. Ein deutsches Reiseunternehmen hatte mit seinem türkischen Partner bereits die ersten Fundamente setzen lassen, als der Bau von der türkischen Regierung gestoppt wurde. Auf Druck der Umweltschützer hatte der Deutsche Bundestag zuvor beschlossen, die für das Projekt zugesagten Entwicklungshilfegelder nicht auszuzahlen.
Aber jetzt kommen die Urlauber dennoch, sie wollen das „gerettete Paradies“ sehen. An manchen Tagen fahren über 400 große Holzboote durch das unter Schutz gestellte Schilf. Ein gutes Geschäft, an dem auch Kadir teilhaben möchte. Naturschützer wie die in Dalyan lebende June Haimoff sehen die Entwicklung kritisch und fragen sich, ob ihr damals auch über die Medien erreichter Erfolg nicht erst dazu geführt hat, die Region so bekannt zu machen.
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